FAQs – Häufig gestellte Fragen

 

Im Folgenden finden Sie Antworten zu häufig gestellten Fragen der folgenden Themenkomplexe: 

I- Allgemeine Informationen zur Akkreditierung von Studiengängen an deutschen staatlichen und privaten, staatlich anerkannten Hochschulen

 II- Selbstdokumentation 

III- Peer-Review-Verfahren und Begutachtung vor Ort 

IV- Entscheidungen der FIBAA-Akkreditierungskommission für Programme (F-AK PROG) und ihre Konsequenzen 

I- Allgemeine Informationen zur Akkreditierung von Studiengängen an staatlichen und privaten, staatlich anerkannten Hochschulen

 

Wann muss ein Studiengang in Deutschland akkreditiert werden?

Die Regelungen sind unterschiedlich je nach Bundesland. Die Rechtsgrundlagen für die Akkreditierung von Studiengängen in den einzelnen Bundesländern sind im Beschluss des Akkreditierungsrates vom 29. Juni 2009 „Rechtsgrundlagen für die Akkreditierung und die Einrichtung von Studiengängen mit den Abschlüssen Bachelor/Bakkalaureus und Master/Magister in den einzelnen Bundesländern“ zu finden. 

Was macht einen Studiengang akkreditierungsfähig?

In Deutschland ist ein Studiengang akkreditierungsfähig, wenn er alle Qualitätsanforderungen (wie Modulgröße, Umfang eines ECTS-Punktes, etc.) der Kultusministerkonferenz (KMK) und des deutschen Akkreditierungsrates erfüllt (→ Vorgaben für die Akkreditierung von Studiengängen in Deutschland). 

Die Akkreditierungsfähigkeit eines Studienganges kann im Vorfeld im Rahmen einer Vorprüfung durch die FIBAA geprüft werden. So erhält die Hochschule eine aussagekräftige, aber keine verbindliche Information über die Akkreditierungsfähigkeit des Studienganges (→ FIBAA Consult).

Wie lange dauert ein Programmakkreditierungsverfahren gemäß den Qualitätsanforderungen des deutschen Akkreditierungsrates?

Das Verfahren zur Programmakkreditierung dauert von der Einreichung der Selbstdokumentation der Hochschule bis zur Entscheidung der F-AK PROG durchschnittlich vier bis sechs Monate. Nach Vertragsschluss kommt die FIBAA auf Sie zu, um einen passenden Zeitplan mit Ihnen zu vereinbaren. 

II- Selbstdokumentation

 

Nach welchen Vorgaben sollen wir die Selbstdokumentation erstellen?

Sie erstellen Ihre Selbstdokumentation auf Basis des FIBAA-Fragen- und Bewertungskataloges für Akkreditierung gemäß den Anforderungen des Akkreditierungsrates (FBK PROG AR). Dieses Dokument enthält alle relevanten Qualitätsanforderungen in Form von Fragen und Definitionen. 

Bis wann müssen wir die Selbstdokumentation bei der FIBAA einreichen?

Ihre Selbstdokumentation reichen Sie spätestens ein Jahr nach Vertragsabschluss ein. 

Wie viele Exemplare der Selbstdokumentation sollen wir bei der FIBAA einreichen?

Die FIBAA benötigt ein Exemplar in elektronischer Form (auf CD-ROM, DVD, USB-Stick usw.) und ein Exemplar in Papierform. Sollte darüber hinaus ein Gutachter die Selbstdokumentation in Papierform benötigen, werden Sie gebeten, dem Gutachter ein Exemplar direkt zukommen zu lassen.

Was geschieht, nachdem wir unsere Selbstdokumentation eingereicht haben?

Nach Einreichung der Selbstdokumentation benennt die FIBAA einen Projektmanager, der die Koordination des Verfahrens übernimmt und Ihnen für die Zeit des gesamten Verfahrens als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Der Projektmanager terminiert in Absprache mit Ihnen die Begutachtung vor Ort. Der Gutachterausschuss für Programmakkreditierung bestellt ein Gutachterteam. Nachdem Ihre Selbstdokumentation auf Vollständigkeit geprüft ist, wird sie vom Gutachterteam auf Konsistenz, Plausibilität und Konformität mit den Anforderungen des Akkreditierungsrates geprüft. Danach folgt die Begutachtung vor Ort. 

III- Fragen zum Peer-Review-Verfahren und zur Begutachtung vor Ort

 

Wie werden die Gutachter ausgewählt?

Die Begutachtung von Studiengängen richtet sich nach dem im akademischen Bereich üblichen "Peer-Review-Verfahren": Unabhängige und nach fachlichen Kriterien ausgewählte Gutachter prüfen und bewerten die Sachverhalte mit der Hochschule "auf Augenhöhe". Ein strenges Kriteriensystem der FIBAA stellt dabei zu jeder Zeit eine unbefangene und verständige Expertise sicher. 

Grundsätzlich besteht ein Gutachterteam aus mindestens vier Personen, davon zwei aus dem Bereich der Wissenschaft (Universitäts- und Fachhochschulprofessor/-in), eine aus der Berufspraxis (Unternehmensvertreter/-in) und einem studentischen Mitglied. Die FIBAA verfügt über einen Gutachterpool mit mehr als 450 ausgewiesenen Experten. 

FIBAA legt für die Bestellung von Gutachtern eine Reihe von Anforderungen zugrunde, die auch Kenntnisse von Evaluations- und Akkreditierungsverfahren umfassen. Daher bietet die FIBAA regelmäßig Schulungen und Seminare für ihre Gutachter an. 

Die Zusammensetzung des Gutachterteams teilen wir Ihnen rechtzeitig mit. Um die Unbefangenheit des Gutachterteams zu sichern, räumt die FIBAA Ihnen die Möglichkeit eines begründeten Einspruchs ein. Ein Vorschlags- oder ein Vetorecht der Hochschule besteht nicht. 

Wie wird die Begehung vor Ort organisiert?

Die Begutachtung vor Ort findet in der Regel an einem Tag statt. Das Gutachterteam macht sich durch zahlreiche Interviews mit der Hochschulleitung, dem Lehrpersonal, den Studierenden, den Absolventen sowie den Verwaltungsmitarbeitern ein umfassendes Bild über den Studiengang und die Mitwirkung aller Beteiligten. Daraufhin erstellen die Gutachter ein Gutachten mit einer Beschlussempfehlung. Dieses Gutachten ist die Basis für die Entscheidung der F-AK PROG. 

IV- Entscheidungen der F-AK PROG und ihre Konsequenzen

 

Wie oft tagt die F-AK PROG?

Die F-AK PROG tagt viermal im Jahr in einem Abstand von etwa drei Monaten. Die Termine werden auf der FIBAA-Homepage bekanntgegeben. In der Regel vereinbaren wir bereits bei der Einreichung der Selbstdokumentation mit Ihnen den gewünschten Zeitpunkt zur Befassung der FIBAA-Akkreditierungskommission.

Welche Entscheidungen kann die F-AK PROG treffen?

Die F-AK PROG kann entweder 

  • die Akkreditierung des Studienganges, 
  • die Akkreditierung des Studienganges unter Auflagen (mit einer regelmäßigen Frist für die Auflagenerfüllung von 9 Monaten) 
  • eine einmalige Aussetzung des Verfahrens bis maximal 18 Monate oder 
  • die Ablehnung der Akkreditierung des Studienganges 

beschließen.

Vor der Entscheidung der F-AK PROG erhalten Sie das Gutachten ohne die gutachterliche Beschlussempfehlung zur Stellungnahme. Alle Entscheidungen der F-AK PROG werden unter Würdigung Ihrer Stellungnahme getroffen. 

Für welche Dauer werden die Studiengänge akkreditiert?

Die Akkreditierungsfrist bei der Erst-Akkreditierung beträgt fünf Jahre. Bei der Re-Akkreditierung beträgt sie sieben Jahre. Im Fall einer Akkreditierung unter Auflagen kann die Akkreditierungsdauer verkürzt werden. 

Was geschieht nach einer positiven Akkreditierungsentscheidung?

Bei einer erfolgreichen Akkreditierung eines Studienganges erhalten Sie das Siegel des Akkreditierungsrates. Die Akkreditierungsergebnisse, Namen der beteiligten Gutachter und die vollständigen Gutachten werden auf der Homepage der FIBAA veröffentlicht (→ akkreditierte Studiengänge). Diese Ergebnisse werden ebenfalls durch einen entsprechenden Eintrag im Hochschulkompass, der Datenbank akkreditierter Studiengänge der Hochschulrektorenkonferenz, veröffentlicht. 

Dabei ist es wichtig zu wissen, dass die FIBAA hinsichtlich der Eintragung in die Datenbank des Akkreditierungsrates grundsätzlich erst dann tätig werden kann, wenn Sie Ihren Studiengang mit der im Akkreditierungsverfahren bzw. der Akkreditierungsurkunde festgestellten Studiengangs- und Abschlussbezeichnung im Hochschulkompass hinterlegt haben. 

Was geschieht nach einer negativen Akkreditierungsentscheidung?

Bei Aussetzung des Verfahrens oder Ablehnung der Akkreditierung von Studiengängen erfolgt statt der Veröffentlichung der Begutachtungsergebnisse eine entsprechende Meldung an den Akkreditierungsrat

Wann kann die F-AK PROG eine Akkreditierung unter Auflagen beschließen?

Die F-AK PROG kann eine Akkreditierung unter Auflagen nur dann beschließen, wenn sie der Auffassung ist, dass die Hochschule in der Lage ist, festgestellte Mängel innerhalb von 9 Monaten zu beheben. Anderenfalls wird die Akkreditierung versagt (Aussetzung oder Ablehnung des Akkreditierungsverfahrens). 

Was geschieht im Fall einer Akkreditierung unter Auflagen?

Sie weisen innerhalb der von der F-AK PROG festgelegten Frist (regelmäßig 9 Monate) die Erfüllung der beschlossenen Auflage(n) per E-Mail an auflagen@fibaa.org nach. Bitte beachten Sie bei der Erfüllung von Auflagen die Handreichung für die Auflagenerfüllung, die wir Ihnen mit dem Beschluss der F-AK PROG sowie auf Anfrage gerne zusenden.

 

Ihr eingereichter Nachweis wird bei inhaltlichen Auflagen unmittelbar von den Gutachtern geprüft, bei formalen Auflagen in der FIBAA-Geschäftsstelle. Auf Basis der Stellungnahme der Gutachter bzw. der Geschäftsstelle beschließt die F-AK PROG über die Erfüllung der Auflage(n).

Falls die Erfüllung der Auflage(n) nicht fristgerecht nachgewiesen werden kann, können Sie in begründeten Fällen eine einmalige Fristverlängerung (max. 3 Monate) beantragen. Andernfalls ist die FIBAA nach Mahnung und Setzen einer angemessenen Nachfrist verpflichtet, Ihnen die Akkreditierung für den Studiengang zu entziehen. 

Was geschieht, wenn Sie mit der Entscheidung der F-AK PROG nicht einverstanden sind?

Jede Entscheidung der F-AK PROG wird Ihnen schriftlich mitgeteilt. Ab diesem Zeitpunkt haben Sie einen Monat Zeit, um schriftlich eine begründete Beschwerde bei der FIBAA einzulegen. 

Die Beschwerde wird zunächst von den Gutachtern geprüft, die der F-AK PROG eine Beschlussempfehlung zuleiten. Hilft die F-AK PROG der Beschwerde nicht ab, wird der Vorgang dem FIBAA-Beschwerdeausschuss zur Prüfung und Stellungnahme vorgelegt. Die endgültige Entscheidung trifft die F-AK PROG. 

Dürfen Änderungen bei einem bereits akkreditierten Studiengang vorgenommen werden?

Änderungen des akkreditierten Studienganges sind natürlich möglich - und als kontinuierliche Verbesserungen und Aktualisierungen sogar ausdrücklich erwünscht. Wenn diese Änderungen wesentlicher Natur sind (z. B. neuer Hochschulstandort, neue Vertiefungsrichtung) und die Konzeption und das Profil eines Studienganges betreffen, müssen sie der FIBAA angezeigt werden. Die FIBAA prüft dann, ob die Änderungen qualitätsmindernd sein könnten und deshalb eine erneute Begutachtung erforderlich ist. Die FIBAA entscheidet außerdem darüber, ob ein ggf. durchzuführendes Verfahren verkürzt werden kann und z. B. auch eine Telefonkonferenz mit der Hochschule oder eine Begutachtung auf Grundlage schriftlicher Unterlagen in Frage kommt. Sofern Unsicherheiten bestehen, ob eine Änderung angezeigt werden muss, steht die FIBAA gern für Rückfragen zur Verfügung. 

Kann die Akkreditierung entzogen werden? Falls ja, in welchen Fällen?

FIBAA sieht sich in einigen Fällen verpflichtet, die Akkreditierung (nach Mahnung und Fristsetzung) zu entziehen. Dies ist der Fall, wenn 

  • die Hochschule die Auflagen nicht in der festgelegten Frist erfüllt oder
  • die Hochschule der Akkreditierungsagentur anzeigepflichtige Änderungen nicht meldet, obwohl diese die Grundlagen der ursprünglichen Akkreditierung substanziell berühren.