FAQ - Häufig gestellte Fragen

 

Im Folgenden finden Sie Antworten zu häufig gestellten Fragen zu den folgenden Themen: 

I- Allgemeine Informationen zur Zertifizierung von Weiterbildungskursen 

II- Selbstdokumentation 

III- Peer-Review-Verfahren und Begutachtung vor Ort 

IV- Entscheidungen der FIBAA-Zertifizierungskommission für Weiterbildungskurse (F-ZK ZERT) und ihre Konsequenzen 

I- Allgemeine Informationen zur Zertifizierungs von Weiterbildungskursen

 

Welche Voraussetzungen müssen für eine FIBAA-Zertifizierung erfüllt sein? 

Die FIBAA-Zertifizierung richtet sich an hochschulische und nichthochschulische Weiterbildungsanbieter. Relevante Zulassungskriterien sind: 

  • die Kurse müssen auf Niveau 5 - 8 des Deutschen Quarifikationsrahmens (DQR) bzw. des Europäischen Quarifikationsrahmens für Lebenslanges Lernen angesiedelt sein und 
  • das Prinzip der Modularisierung ist umgesetzt (siehe ECTS-Leitfaden). 


Welche Standards werden in einem FIBAA-Zertifizierungsverfahren zugrunde gelegt? 

Nähere Informationen zu unseren Entscheidungsgrundlagen und Standards erhalten Sie hier

Wie lange dauert ein Zertifizierungsverfahren? 

Das Verfahren zur Zertifizierung dauert von der Einreichung der Selbstdokumentation bis zur Entscheidung der F-ZK ZERT in der Regel vier bis sechs Monate. 

II- Selbstdokumentation

 

Nach welchen Vorgaben soll die Selbstdokumentation erstellt werden? 

Für eine Zertifizierung erstellen Sie Ihre Selbstdokumentation auf Basis des FIBAA-Fragen- und Bewertungskataloges für die Zertifizierung (FBK ZERT). Dieses Dokument enthält alle relevanten Qualitätsanforderungen in Form von Fragen und Benchmarks. 

Bis wann sollen wir die Selbstdokumentation bei der FIBAA einreichen? 

Die Selbstdokumentation sollte spätestens ein Jahr nach Vertragsabschluss eingereicht werden. Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie die Zertifizierungsentscheidung bis zu einem bestimmten Datum benötigen (z. B. vor Start des Weiterbildungskurses), damit wir frühzeitig einen Zeitplan mit Ihnen vereinbaren können. 

Wie viele Exemplare der Selbstdokumentation sollen wir bei der FIBAA einreichen? 

Wir benötigen ein Exemplar in elektronischer Form (auf CD-ROM, DVD, USB-Stick o.ä.). Zusätzlich reichen Sie bitte ein Exemplar in Papierform ein. Gegebenenfalls kommen wir auf Sie zu, sollte ein Gutachter darüber hinaus die Selbstdokumentation in Papierform wünschen. 

Wie ist das weitere Vorgehen, wenn wir unsere Selbstdokumentation eingereicht haben? 

Nach Einreichung der Selbstdokumentation benennt die FIBAA einen Projektmanager, der die Koordination des Verfahrens übernimmt und Ihnen für die gesamten Zeit des Verfahrens als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Der Projektmanager terminiert in Absprache mit Ihnen die Begutachtung vor Ort. 

Der Gutachterausschuss bestellt ein Gutachterteam. Nachdem Ihre Selbstdokumentation von uns auf Vollständigkeit geprüft ist, wird sie von dem Gutachterteam auf Konsistenz, Plausibilität und Konformität mit den FIBAA-Qualitätsanforderungen und den internationalen Richtlinien und Vorgaben geprüft. Danach folgt die Begutachtung vor Ort. 

III- Peer-Review-Verfahren und Begutachtung vor Ort

 

Wie werden die Gutachterinnen und Gutachter ausgewählt? 

Die Begutachtung von Weiterbildungskursen richtet sich nach dem im akademischen Bereich üblichen "Peer-Review-Verfahren": Unabhängige und nach fachlichen Kriterien ausgewählte Gutachterinnen und Gutachter prüfen und bewerten die Sachverhalte mit Ihnen "auf Augenhöhe". Das strenge Kriteriensystem der FIBAA stellt dabei zu jeder Zeit eine unbefangene und verständige Expertise sicher.

Grundsätzlich besteht ein Gutachterteam aus mindestens drei Personen, davon zwei aus dem Bereich der Wissenschaft (Universitäts- und Fachhochschulprofessor) und eine aus der Berufspraxis (Unternehmensvertreter/-in). FIBAA verfügt über einen Gutachterpool mit mehr als 450 ausgewiesene Experten.

Die Gutachterinnen und Gutachter werden regelmäßig von uns geschult und damit optimal auf ihre Tätigkeit vorbereitet.

Die Zusammensetzung des Gutachterteams wird Ihnen rechtzeitig mitgeteilt. Um die Unbefangenheit des Gutachterteams zu sichern, räumen wir Ihnen die Möglichkeit eines begründeten Einspruchs ein. Ein Vorschlags- oder Vetorecht besteht jedoch nicht.

Wie wird die Begutachtung vor Ort organisiert?

Die Begutachtung vor Ort (BvO) ist in der Regel eintägig. Am Vorabend der Begutachtung trifft sich das Gutachterteam für eine interne Besprechnung. Durch Interviews mit der Leitung Ihrer Weiterbildungseinrichtung, dem Lehrpersonal, den Teilnehmern, den Absolventen sowie den Verwaltungsmitarbeitern verschafft sich das Team ein umfassendes Bild über den Weiterbildungskurs. Die BvO soll vor allem dazu dienen, offene Fragen zu klären und ein Bild von den räumlichen Gegebenheiten zu vermitteln. 

IV- Entscheidungen der F-ZK ZERT und ihre Konsequenzen

 

Wann und wo tagt die F-ZK ZERT? 

Die F-ZK ZERT tagt ungefähr dreimal im Jahr. Die Termine werden auf der FIBAA-Homepage bekannt gegeben. 

Bereits bei der Einreichung der Selbstdokumentation, mit der das eigentliche Zertifizierungsverfahren beginnt, sollte der gewünschte Zeitpunkt zur Befassung der FIBAA-Zertifizierungskommission berücksichtigt werden. In der Regel vergehen etwa vier bis sechs Monate zwischen Einreichung der Selbstdokumentation und Beschlussfassung durch die Kommission. 

Welche Entscheidung kann die F-ZK ZERT treffen? 

Die F-ZK ZERT kann entweder 

  • die Zertifizierung ohne Auflagen, 
  • die Zertifizierung unter Auflagen (wenn höchstens fünf Asterisk-Kriterien nicht erfüllt sind) oder 
  • die Versagung der Zertifizierung (wenn mehr als fünf Asterisk-Kriterien nicht erfüllt sind oder die Mängel solcher Art sind, dass die Definition, die Regelung bzw. das Fehlen von Qualifikationszielen, Zugang, Curriculum, Lehrorganisation, Lehrgestaltung, Ressourcen oder Prüfungen zu erheblichen Nachteilen für Teilnehmer führen) 

beschließen. 

Bevor das Gutachten an die FIBAA-Zertifizierungskommission (F-ZK ZERT) weitergeleitet wird, haben Sie Gelegenheit zur Stellungnahme. Alle Entscheidungen der F-ZK ZERT werden unter Würdigung Ihrer Stellungnahme getroffen. 

Für welche Dauer werden die Weiterbildungskurse zertifiziert? 

Die Zertifizierungsfrist bei der erstmaligen Zertifizierung beträgt fünf Jahre. Bei der Re-Zertifizierung beträgt sie sieben Jahre. Im Fall einer Zertifizierung unter Auflagen kann sie verkürzt werden. 

Was geschieht nach einer positiven Zertifizierungsentscheidung? 

Bei einer erfolgreichen Zertifizierung vergibt die FIBAA ihr Qualitätssiegel für zertifizierte Weiterbildungskurse. 

Die Zertifizierungsergebnisse, Namen der beteiligten Gutachterinnen und Gutachter und die Gutachten (unter Berücksichtigung der datenschutzrechtlichen Vorgaben) werden auf der Homepage der FIBAA veröffentlicht (→ zertifizierte Weiterbildungskurse). 

Was geschieht nach einer negativen Zertifizierungsentscheidung? 

Bei Versagung der Zertifizierung eines Weiterbildungskurses können Sie nach einer Sperrfrist von einem Jahr erneut einen Antrag auf Zertifizierung stellen. Das Gutachten begründet ausführlich, warum die Zertifizierung versagt wurde. Im Falle einer negativen Zertifizierungsentscheidung wird das Gutachten nicht veröffentlicht. 

Was geschieht im Fall einer Zertifizierung unter Auflagen? 

Sie weisen die Erfüllung der beschlossenen Auflagen innerhalb der von der F-ZK ZERT festgelegten Frist (max. neun Monate) per E-Mail an auflagen[at]fibaa.org nach.  Bitte beachten Sie bei der Erfüllung von Auflagen die Handreichung für die Auflagenerfüllung, die wir Ihnen mit dem Beschluss der F-ZK ZERT sowie auf Anfrage gerne zusenden. Die von Ihnen eingereichten Nachweise zur Auflagenerfüllung werden von dem Gutachterteam geprüft und der F-ZK ZERT mit einer Beschlussempfehlung zur Entscheidung vorgelegt.

Falls die Erfüllung der Auflage nicht fristgerecht nachgewiesen werden kann, können Sie in begründeten Fällen eine einmalige Fristverlängerung von max. sechs Monaten beantragen. Andernfalls ist die FIBAA nach Mahnung und Setzen einer angemessenen Nachfrist verpflichtet, die Zertifizierung für den Weiterbildungskurs zu entziehen. 

Was geschieht, wenn wir die Entscheidung der F-ZK ZERT nicht nachvollziehen können? 

Die Entscheidung der F-ZK ZERT wird Ihnen unmittelbar mitgeteilt. Ab diesem Zeitpunkt haben Sie einen Monat Zeit, Beschwerde bei der FIBAA einzulegen. Die Beschwerde muss begründet sein und schriftlich eingereicht werden. Sie wird zunächst von den Gutachtern geprüft, die der F-ZK ZERT eine Beschlussempfehlung zuleiten. 

Hilft die F-ZK ZERT der Beschwerde nicht ab, wird der Vorgang dem FIBAA-Beschwerdeausschuss zur Prüfung und Stellungnahme vorgelegt. Dieser Ausschuss empfiehlt der F-ZK ZERT, der Beschwerde abzuhelfen oder am ursprünglichen Beschluss festzuhalten. 

In welchem Fall verleiht die FIBAA das FIBAA-Premium-Siegel? 

Für etablierte Weiterbildungskurse, die bereits Absolventen verzeichnen und im Rahmen eines Zertifizierungsverfahrens eine exzellente Qualität in Studium und Lehre aufweisen, verleiht die FIBAA ihr FIBAA-Premium-Siegel. Diese Auszeichnung bestätigt, dass ein Weiterbildungskurs insgesamt eine herausragende Qualität aufweist. Sie gibt Weiterbildungsinteressenten, Absolventen, Hochschulen, anderen Bildungsanbietern und dem Arbeitsmarkt verlässliche Orientierung über die Qualität des Weiterbildungsangebotes.

Informationen zu den Grundsätzen für die Vergabe des FIBAA-Premium-Siegels finden Sie hier

Ist es möglich, Änderungen bei einem bereits zertifizierten Weiterbildungskurs vorzunehmen? 

Änderungen des zertifizierten Weiterbildungskurses sind natürlich möglich - und als kontinuierliche Verbesserungen und Aktualisierungen sogar ausdrücklich erwünscht. Wenn diese Änderungen wesentlicher Natur sind (z. B. neuer Standort, substanzielle Änderungen an Curriculum, Struktur oder Lehrkörper) und die Konzeption und das Profil des Angebotes betreffen, müssen sie der FIBAA angezeigt werden. Die FIBAA prüft dann, ob die Änderungen qualitätsmindernd sein könnten und deshalb eine erneute Begutachtung erforderlich ist. Die FIBAA entscheidet darüber, ob das Verfahren im Einzelfall verkürzt werden kann und z. B. auch eine Telefonkonferenz oder eine Begutachtung auf Grundlage schriftlicher Unterlagen in Frage kommt. Sofern Unsicherheiten bestehen, ob eine Änderung angezeigt werden muss, steht die FIBAA gern für Rückfragen zur Verfügung. 

Kann die Zertifizierung entzogen werden? Falls ja, in welchen Fällen? 

FIBAA sieht sich in einigen Fällen verpflichtet, die Zertifizierung (nach Mahnung und Fristsetzung) zu entziehen. Dies ist der Fall, wenn 

  •  der Weiterbildungsanbieter die Auflagen nicht in der festgelegten Frist erfüllt oder 
  •  uns anzeigepflichtige Änderungen nicht meldet, obwohl diese die Grundlagen der ursprünglichen Zertifizierung substanziell berühren.